Das Alpine Klima
in der KLAR!-Region Arlberg Stanzertal
Das Arlberggebiet ist sonnenverwöhnt und schneebegünstigt. Aber gilt das auch für den Schnee von morgen? Schnee braucht Kälte, auch bei seiner Entstehung. Bei zunehmend höheren Temperaturen bilden die Wolken im Winter zwar noch Schneekristalle, aber aufgrund der höheren Schneefallgrenze schmelzen diese, bevor sie die Tallagen erreichen.
Die Trends sind auch in der Arlbergregion eindeutig: In den Tälern sank das Schneeaufkommen in den letzten Jahrzehnten um ca. 50 Prozent, in einer Höhe ab 2.000 Metern sind bislang keine relevanten Rückgänge zu beobachten. Zwar setzt der Schneefall auch im Hochgebirge später im Herbst ein und im Frühjahr beginnt die Schneeschmelze früher, aber es geht sich temperaturmäßig aus, dass der Schnee in den Hochlagen gut über den Winter kommt. Jedenfalls einstweilen noch. Aufgrund dieser Entwicklungen ist St. Anton am Arlberg Mitglied des KLAR!-Programms mit derzeit 79 österreichischen Regionen. Diese untersuchen die Folgen des Klimawandels und arbeiten Lösungsansätze aus, wobei es hauptsächlich um Anpassungen an die neuen Bedingungen geht. Meteorologin Dr. Susanne Drechsel von GeoSphere Austria wertet mit ihrem Team regelmäßig Datenergebnisse wissenschaftlich aus: „Man kann sich nur an ein Klima anpassen, das sich einigermaßen stabilisiert hat, sonst hinkt man den Entwicklungen hinterher. Die Zukunft des Wintersports und der schneereichen Regionen hängt also wesentlich davon ab, ob es gelingt, den CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren.“ Engagierter Klimaschutz ist also keineswegs Schnee von gestern!
Fakten im Überblick
– Die durchschnittliche jährliche Schneehöhe am Galzig beträgt laut GeoSphere Austria 250 cm.
– Schnee fällt in St. Anton am Arlberg im Herbst und Winter, aber auch im Frühling, teilweise bis in den März, April und sogar Mai hinein.
– Am kältesten ist es von Dezember bis Februar mit Durchschnitts-Temperaturen von -5 °C.
– Im März und April, wenn der Schnee zu schmelzen beginnt, liegen die Temperaturen bei durchschnittlich -1 °C bis 3 °C. Die Sonne scheint dann bereits bis zu acht Stunden pro Tag. Eine herrliche Kombination für den Frühlingsskilauf!
– Die Sommer in St. Anton am Arlberg sind mild und angenehm, ideal für Wanderungen und andere Outdoor-Aktivitäten. Aber auch dann liegt bei Temperatureinbrüchen manchmal Schnee in der Luft, der die Bergspitzen über Nacht weiß färbt.
Wetterstation und Wetterradar Valluga
Wetterradare sind das wichtigste Instrument für das Monitoring. Sie liefern dreidimensionale Bilder des aktuellen Wettergeschehens. Im Gegensatz zu einer Wetterstation erfassen sie auch Regen und Schnee nicht nur punktuell, sondern in der Fläche. Wetterradare dienen zur Frühwarnung vor gefährlichen Wettersituationen wie Starkregen und Hagel. Aufgrund ihrer exponierten Lage sind auch sie selbst extremen Wetterbedingungen wie Sturm, heftigem Schneefall und Gewittern ausgesetzt. Das Wetterradar auf der Valluga auf 2.805 Meter wurde zwei Jahre nach dem Hochwasser von 2005 installiert, weil es bis dahin für das Gebiet keine flächigen Niederschlagsdaten gab. 2017 wurde es von Blitzeinschlägen stark beschädigt und ist seither außer Betrieb. Nun wird es unter Mitarbeit von GeoSphere Austria wieder errichtet. Die exponierte Lage am Gipfel wird beibehalten, denn im Tal würde dem geradlinigen Radarstrahl der Berg im Weg stehen. Die Erreichbarkeit für die regelmäßige Dateneinholung ist mit der Nähe zur Bergstation der Vallugabahn gegeben. Voraussichtlich wird das Valluga-Wetterradar 2027 in Betrieb gehen und dann wieder ein wesentlicher Teil eines integrierten Naturgefahrenmanagements sein.