Herr der Lüfte
Über den Bergen mit Simon Raffeiner
Simon Raffeiner bewegt sich in Sphären, die sonst nur Adlern vorbehalten sind. Beim Paragleiten in St. Anton am Arlberg findet der passionierte Hike & Fly-Athlet nicht nur grandiose Panoramen und Stille, sondern auch zu sich selbst.
Wenn die Lüfte rufen, packt Simon Raffeiner seinen Paragleiter, Gurtzeug, Retter und Helm in den Rucksack, dazu GPS, Telefon und Verpflegung, schlüpft in seine Trailrunning-Schuhe, öffnet die Haustür – und ist dann mal weg. „In St. Anton zu wohnen ist ein Privileg, das gilt auch für Paragleiter“, schwärmt der gebürtige Vorarlberger, der durch seine Verwandtschaft von klein auf eine enge Verbindung mit St. Anton am Arlberg hatte und vor einigen Jahren hier seine Homebase aufgeschlagen hat. Wohl kein Zufall. Denn wer dem Gleitschirmfliegen verfallen ist – oder es einmal ausprobieren möchte – ist im Fluggebiet Arlberg goldrichtig. Das weiß man spätestens nach einem kurzen Plausch mit Simon Raffeiner. Mit bedachten Worten, aus denen Begeisterung spricht, zählt der 27-Jährige die Vorteile des Flugreviers auf. Nicht zu überlaufen, anspruchsvoll mit engen Tälern und viel Wind, extrem vielseitig. „Man lernt hier immer dazu“, sagt einer, der seine Grenzen im Flugsport seit Jahren weiter ausdehnt.
Besonderer Blickwinkel auf die Heimat
Die Leidenschaft für das Paragleiten bekam Simon von seinem Vater in die Wiege gelegt. Entdeckt hat er sie allerdings recht spät. Mit 19 Jahren wurde der Flugschein gemacht, seither sieht er seine Heimat regelmäßig von oben. Was macht für ihn die Faszination aus? „Es ist einfach ein Hammergefühl, schwer zu beschreiben“, meint Simon. „In der Luft kann ich abschalten, die Ruhe aufnehmen und ganz für mich sein. Diese Freiheit kommt dem uralten Menschheitstraum, fliegen zu können, sehr nahe.“
Schritt für Schritt lernt der junge Athlet dazu, probiert sich aus, genießt das Naturerlebnis ebenso wie Stunts und hohe Geschwindigkeiten. Nach einigen Jahren entwickelte er sich zum Wettkämpfer und nimmt seitdem erfolgreich an nationalen und internationalen Hike & Fly-Wettbewerben teil. Dabei müssen vorgegebene Strecken zu Fuß und mit dem Schirm auf Zeit bewältigt werden oder bei vorgegebener Zeit die maximale Strecke. Als Teampilot von NOVA Performance Paragliders zählte Simon Raffeiner etwa bereits zweimal zum erlesenen Starterfeld beim anspruchsvollen Dolomiti Super Fly. „Manche Jahre fliege ich mehr Wettkämpfe, dann wieder mehr für mich“, erzählt Simon. Balance statt Extreme, so sein Motto. Und vermutlich auch: Hauptsache fliegen!
Vom Klassenzimmer auf den Berg
Wie stark seine Leidenschaft Simon Raffeiners Leben prägt, lässt sich auch an Zahlen festmachen. Mit 150 bis 200 Flugstunden im Jahr weist der Mittelschullehrer eine für Berufstätige beachtliche Marke auf. Mit allem Drumherum – Aufstiege, Ausrüstungschecks, Organisation etc. – widmet er locker 20 bis 25 Stunden die Woche dem Paragleiten. Vom spontanen Feierabendflug mit präzisem Landemanöver knapp neben dem Wohnhaus bis zum ausgedehnten Abenteuer mit mehreren Stunden im warmen Aufwind. Wohin zieht es ihn besonders gern, wenn der Blick aus dem Fenster gute Bedingungen verheißt? „Ein idealer Startpunkt ist der Kapall. Von dessen Kuppe aus können Gleitschirmflieger je nach Wind in alle Richtungen abheben“, verrät der Insider.
Der leichte Weg nach unten
Am Kapall verabreden sich auch gerne die Flug-Guides der lokalen Anbieter mit ihren Gästen, um Tandemflüge zu starten. Viele Neugierige nutzen den Urlaub in St. Anton am Arlberg, um die Faszination des Schwebens einmal selbst zu erleben. Nach der Auffahrt mit den Bergbahnen kann man etwa eine Wandertour unternehmen, bevor der Gleitschirm „den leichten Weg vom Berg hinunter“ ermöglicht. Geflogen wird zu allen Jahreszeiten, besonders im Winter erfreuen sich die Touren großer Beliebtheit. „Unbedingt ausprobieren!“, lautet der Tipp von Simon Raffeiner, der selbst als Guide bei TandemSky tätig ist und gerne vermittelt, wie es sich anfühlt, Herr der Lüfte zu sein.
„In der Luft kann ich abschalten, die Ruhe aufnehmen und ganz für mich sein. Diese Freiheit kommt dem uralten Menschheitstraum, fliegen zu können, sehr nahe.“
- Simon Raffeiner
Tandemfliegen am Arlberg
Als Co-Pilot bei einem Gleit-, Thermik- oder Panoramaflug mitfliegen? Beim Parapowder per Gleitschirm dorthin gelangen, wo der Schnee unberührt ist? Mit den erfahrenen Guides heben Anfänger:innen und Flugbegeisterte in St. Anton und Lech Zürs am Arlberg ab.
– ganzjährige Tandemflüge
– Flugzeiten von ca. 10 bis ca. 60 min.
– max. Flughöhen bis über 3.000 m
– keine Altersbegrenzung nach oben
– spezielle Schirme und Gurte für Kinder
– gutes Schuhwerk, Handschuhe, lange Hosen, warme Jacke oder Winterbekleidung
Kontakt TandemSky Simon Penz
Telefonnummer: +43 664 1415 166
E-Mail: pezimo@gmail.com
Adresse:
TandemSky
Bacherweg 8, 6580 St. Anton am Arlberg extern
Kontakt Arlberg Air
Telefonnummer: +43 681 1075 8251
E-Mail: arlbergair@gmail.com
Web: arlbergair.com extern
Adresse:
Arlberg Air
Nassereinergasse 11, 6580 St. Anton am Arlberg extern