Aufgrund des schneereichen Winters 2020/2021 sind noch nicht alle Wanderwege am Arlberg schneefrei und gefahrlos begehbar!
In jedem Fall ist eine den Umständen angepasste Bergausrüstung (insbesondere geeignetes Schuhwerk), sobald Sie sich vom Stationsbereich der Bergbahnen entfernen, stets Voraussetzung für ein gefahrloses Wandervergnügen!

Almwirtschaft in Schnann

Entstehung der Flur- und Ortsnamen


Das romanische Institut an der Universität Innsbruck erforschte in einem tirolweiten Projekt die Orts- und Flurnamen und verlegte 2004 ein Namenbuch über diese Namen. Daraus entnehmen wir, dass die älteste urkundliche Niederschrift des Namens Schnann aus dem Jahr 1275 (Schnaenne geschrieben) stammt. Die Namensforscher deuten Schnaenne als ein aus dem Romanischen stammenden Wort čenane, das sie mit Abendweide übersetzen.


Viele Urkunden aus dem Spätmittelalter, die Orts- und Flurnamen aus dem Stanzertal enthalten, sind im Zusammenhang mit der Almwirtschaft in unserem Tal entstanden, und viele in diesen Urkunden festgehaltenen Regelungen gelten in angepasster Form auch noch in unserer Zeit.

Schon im 13. Jahrhundert waren im Stanzertal die Flächen so abgegrenzt und der Ertrag derselben soweit bekannt, dass die Grundherren festschreiben konnten, wo die Gründe als Melkalm, als Galtviehalm, Stieralm, Schafweide oder als Wiesen usw. genutzt werden können. Auch wussten die Bauern, wie viel Vieh auf diese Almen über den Sommer aufgetrieben werden kann.


Um eine gerechte Aufteilung der Weide- und Wiesenflächen zu erreichen, wurden die Weideflächen am Talboden und die Galtviehalmen von den Bauern eines Zehents (Dorfes) gemeinsam genutzt, die Melkviehalmen unter den Zehenten der Markgenossenschaft alle 25 bis 30 Jahre ausgelost. Die Wiesen wurden unter den Bauern eines Zehents alle 5 Jahre verlost.

Markgenossenschaft – Allmende – Zehent – Gemeinde


Die Zehente der Markgenossenschaft Stanzertal waren: Perjen und Perfuchs (Landeck), Stanz, Grins, Pians (und Tobadill), Strengen, Flirsch, Pettneu (und Schnann) und St. Anton (und St. Jakob).

Der Wechsel der Bewirtschafter auf den Bergwiesen und den Melkalmen war nicht zufriedenstellend. So entschloss man sich Ende des 18. Jahrhunderts die Bergwiesen, die auch heute noch „Gmand“ genannt werden, in das Eigentum der Bauern zu übergeben. Die Melkalmen wurden 1869 den Gemeinden/Fraktionen zugeschrieben, Grundbesitzern wurden Nutzungsrechte zuerkannt. Waren für die freien Plätze auf den Melkalmen mehrere Interessenten, wurden diese Plätze unter den Interessenten verlost.


Heute, am Beginn des 21. Jahrhunderts wird die Alpe Ganatsch von den Schnanner Bauern bewirtschaftet. Die Alpe Alperschon fiel der Gemeinde Grins zu. Beinahe vergessen ist die Zeit, als die Bergwiesen in der Klamm noch gemäht wurden und Vieh auf den sogenannten Seealpen um den Vorder- und Hintersee weidete.

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