Nachhaltig in die Wintersaison

Nachhaltiges Denken und Handeln sind in der Region St. Anton am Arlberg nicht erst seit diesem Jahr eines der drängendsten Themen überhaupt. Als Modellregion gehen Bevölkerung, Tourismusverband und die Gemeinden im Stanzertal im Rahmen des österreichweiten KLAR! -Programms als Klimawandelanpassungsregion jetzt noch einen Schritt weiter: Mit starken Konzepten und konkreten Maßnahmen.

Das Stanzertal ist Role Model

Steigende Temperaturen, weniger Niederschlag, vermehrt auftretende Naturgefahren:  Der Klimawandel ist längst auch in Tirol angekommen. Initiative ergreifen und aktiv  werden, lautet daher das Gebot der Stunde. Der Tourismusverband St. Anton am Arlberg  und alle Gemeinden des Stanzertales beweisen schon lange Vorbildcharakter.


Anfang 2021 haben sich die Gemeinden St. Anton am Arlberg, Pettneu/Schnann, Flirsch und Strengen und der Toursimusverband St. Anton am Arlberg gemeinsam als Klimawandelanpassungsregion (!KLAR) beworben und konnten neben 29 anderen ausgewählten Destinationen in Österreich mit ihren Konzepten überzeugen. Der Vorteil: finanzielle und organisatorische Unterstützung durch das KLAR!-Programm im Rahmen des Klima- und Energiefonds. Im Fokus steht dabei die Umsetzung von Maßnahmen, die die hohe Lebensqualität vor Ort auch in Zukunft sicherstellen und den Tourismus als wichtige Existenzgrundlage unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten stärken werden. 


Der Ist-Zustand: Optimale Bedingungen

 

St. Anton am Arlberg hat sich nicht erst seit diesem Jahr einen nachhaltigen Denk- und Handlungsweise vorgeschrieben. Schon lange wird fleißig in dieses unverzichtbare Segment investiert. Die Region ist umweltschonend mit der Bahn erreichbar und wird mit selbstporduziertem Strom aus Wasserkraft energieautark versorgt. Das neue Nahwärmewerk setzt zudem auf erneuerbare Energie.


„Alleine die autarke Stromversorgung und die Zuganbindung sind Vorteile, um welche uns viele Regionen beneiden und die uns einen gewissen Startvorteil verschaffen. Als oberstes Ziel gilt es deshalb, unsere einzigartige Lebensqualität für die heimische Bevölkerung zu erhalten. Denn dies ist die Grundvoraussetzung für die Sicherung unserer Lebensgrundlage, den Tourismus. Somit sehe ich die KLAR! Region Arlberg Stanzertal nicht als zeitlich befristetes Projekt, sondern viel mehr als Open-End-Prozess, mit dem sich auch unsere NachfolgerInnen noch beschäftigen werden!“


 „Eine engagierte und lösungsorientierte Zusammenarbeit  von Bevölkerung, dem Tourismusverband und den Gemeinden  des Stanzertals ist Voraussetzung für den Erfolg dieses Prozesses.  

Das zeigen uns auch die Best Practice-Beispiele wie die Region Kaunergrat – hier wird das Thema von allen Beteiligten zu 100 Prozent gelebt.“


- Gerhard Eichhorn, Direktor-Stellvertreter des Tourismusverbandes St. Anton am Arlberg


Der Soll-Zustand: jede Menge Potenzial


In der ersten Phase des Programms wird bis Januar 2022 ein Konzept mit ausgewählten Maßnahmen erstellt. 


Kernpunkte der KLAR! Region: 

  • Weiterführen der Waldaufforstung
  • Themenwanderwege zu Nachhaltigkeitsaspekten
  • Renaturierungsmaßnahmen
  • Ausstellung zum Klimawandel
  • Projekttage in den Schulen der Region und des Stanzertales
  • Infoabende u.v.m.
Verschneite Landschaft
„KLAR!“ steht für Klimawandel- Anpassungsmodellregionen. 


Dabei handelt es sich um ein österreichweites Förderprogramm des Klima-  und Energiefonds in Kooperation mit dem Bundesministerium. Das gemeinsame Ziel lautet, sich auf den Klimawandel vorzubereiten, mittels Anpassungsmaßnahmen die negativen Folgen zu minimieren und Zukunftschancen zu nutzen.

Es kommt auf jede und jeden an


Wenn es scheinbar vordergründig um die touristische  Zukunft von Regionen geht, so geht es doch in Wirklichkeit immer um die Erhaltung von Natur-, Erholungs- und Landwirtschaftsräumen für jetzige und kommende Generationen der Einheimischen vor Ort.


Diese wiederum dienen dann als Grundlage für einen nachhaltig funktionierenden Tourismus. Auch Thomas Dworak, Mitkoordinator der KLAR! Region und Geschäftsführer der Fresh Thoughts Consulting GmbH, bestätigt: „Das größte Potential im Tal sehe ich in den Menschen. Egal, mit wem ich spreche – irgendeine Idee, wie etwas umweltfreundlicher oder nachhaltiger gestaltet werden kann, gibt es immer.“

Das bedeutet im Umkehrschluss auch, der Wandel muss nicht von außen kommen, er kann ganz natürlich von innen aus der Bevölkerung heraus vollzogen werden. Zuerst einmal gilt es aber, ins Bewusstsein zu rücken, was bereits gut funktioniert, um dann zu sehen, wo noch Handlungsbedarf besteht.

„Wir befinden uns in der Mitte der ersten Umsetzungsphase, in der es vor allem darum geht, in der Region das Bewusstsein für den Klimawandel und die Anpassung an diesen zu erzeugen und zu stärken“, erklärt Dworak die nächsten Schritte und ergänzt, „konkret sind Bildungsprojekte zum Thema Klimawandel an allen Schulen des Stanzertales geplant, dazu Bevölkerungs-Workshops und eine virtuelle Ausstellung.“